MAISON ORDO
Ratgeber

KI-Richtlinie im Unternehmen: was hineingehört

Eine KI-Richtlinie legt fest, welche KI-Werkzeuge Ihr Team nutzen darf, welche Daten hinein dürfen, wer freigibt und wann gekennzeichnet wird. Sie schützt vor heimlicher KI-Nutzung mit Firmendaten und ist Grundlage für die Schulung. Hier die acht Punkte, die sie abdecken sollte. Diese Seite ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Aufbau in acht Punkten

  • 1. Zweck: wozu die Richtlinie da ist und für wen sie gilt.
  • 2. Erlaubte Werkzeuge: welche KI-Werkzeuge freigegeben sind und wie ein neues freigegeben wird.
  • 3. Datenarten: was frei, intern, vertraulich oder personenbezogen ist und was in welches Werkzeug darf.
  • 4. Freigabe: wer über neue Einsätze entscheidet und was zuerst geprüft wird.
  • 5. Kennzeichnung: wann der Einsatz von KI sichtbar gemacht werden muss, zum Beispiel gegenüber Kunden.
  • 6. Schulung: wer was lernen muss, bevor er ein Werkzeug nutzt.
  • 7. Verantwortliche: eine zuständige Person im Haus und eine Ansprechperson je Abteilung.
  • 8. Überprüfung: das Datum der nächsten Überprüfung, denn Werkzeuge und Regeln ändern sich.

Warum die Datenarten am wichtigsten sind

Die meisten Fragen in der Praxis laufen auf eine hinaus: Darf ich das in dieses Werkzeug eingeben? Eine einfache Einteilung hilft. Freie Daten, etwa veröffentlichte Texte, dürfen in die meisten Werkzeuge. Interne Daten brauchen ein freigegebenes Werkzeug. Vertrauliche Daten, etwa Angebote mit Preisen oder Vertragsdetails, brauchen ein Werkzeug, dessen Datenflüsse beschrieben und freigegeben sind. Personenbezogene Daten verlangen besondere Sorgfalt, weil das Datenschutzrecht gilt; hier sollte die Richtlinie auf die für den Datenschutz zuständige Person verweisen.

Eine einseitige Tabelle, die die erlaubten Werkzeuge den Datenarten gegenüberstellt, ist nützlicher als drei Seiten Fließtext.

Muster oder Maßarbeit?

Ein Muster hilft beim Start. Passen muss die Richtlinie aber zu Ihren Werkzeugen und Abläufen: Eine Liste erlaubter Werkzeuge, die nicht zu dem passt, was Ihre Leute tatsächlich nutzen, wird übergangen und schützt dann niemanden. Dasselbe passiert mit einer Richtlinie, die in einem Ordner liegt. Sie muss angekündigt, erklärt und geschult werden.

Wir erstellen sie in der Standortbestimmung (ORDO) oder in der Einführung (ACTUS), gemeinsam mit Ihnen und auf Grundlage der Werkzeuge, die Ihr Team wirklich nutzt. Rechtsberatung leisten wir nicht; für eine verbindliche rechtliche Prüfung ziehen Sie Ihre eigene Rechtsberatung hinzu.

Kurz halten und lebendig halten

Eine Richtlinie, die auf zwei Seiten passt, wird eher gelesen als eine mit zwanzig. Benennen Sie eine verantwortliche Person, setzen Sie das Datum der Überprüfung auf die erste Seite und nehmen Sie jeden Wechsel der Werkzeuge als Anlass zur Überprüfung. In die Richtlinie gehört auch der Hinweis, dass Mitarbeitende die Freigabe eines neuen Einsatzes beantragen können, und bei wem.

Häufige Fragen

Sind wir rechtlich verpflichtet, eine KI-Richtlinie zu haben?

Das behauptet dieser Ratgeber nicht. Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz. Eine schriftliche Richtlinie ist eine sinnvolle Maßnahme; ob sie in Ihrem Fall nötig ist, klären Sie mit Ihrer Rechtsberatung.

Wer soll die Richtlinie schreiben?

Idealerweise die Geschäftsführung gemeinsam mit der Person, die KI im Haus verantwortet, mit Beiträgen der Abteilungen, die die Werkzeuge nutzen.

Wie oft sollten wir sie aktualisieren?

Mindestens einmal im Jahr und immer dann, wenn Sie ein neues Werkzeug einführen oder sich eine Regel ändert. Das Datum der Überprüfung gehört auf die erste Seite.

Quellen

  1. EU AI Act Service Desk, Artikel 4: KI-Kompetenz (englischer Wortlaut; konsolidierte Fassung, Stand 27.07.2026, mit den Änderungen des Digital Omnibus) — https://ai-act-service-desk.ec.europa.eu/en/ai-act/article-4 (Stand 2026-10-08)

Stand 2026-10-08

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